Philipp Nitzsche

 

 

 

 

 

 

Uhrmachermeister und

Uhrmacher aus Leidenschaft!

 

 

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Werte Freunde der Uhrmacherei, es gibt bei Arte eine wunderbare Filmreihe zu sehen: In dieser Filmreihe sieht man Karl Lagerfeld, wie er seine Entwürfe zu Chanel bringt und sich eine Maschinerie aus vielen Näherinnen und Zulieferbetrieben in Bewegung setzt. In der Welt der Uhrmacherei war dies früher ähnlich! Da gab es viele Zulieferer, die in der Uhrenbranche unverzichtbar waren: Etuimacher, Vergolder ,Graveure, Gehäusemacher, Guillocheure etc. Da ich mich sehr für die Verzierung von Uhrwerken interessiere, lag es auch irgendwann mal nahe, sich das Guillochieren anzuschauen. Das Guillochieren ist eine spezielle Art der Gravur. Die Guilloche ist ein spezielles Muster, ein Ornament, aus mehreren ineinander verwickelten und überlappenden Linienzügen. Die einzelnen Linien bilden dabei schnurartige, oft asymmetrische, geschlossene Ellipsen oder Kreisbahnen. Es juckte mir immer mehr in den Fingern und so hab' ich mich dort einfach mal mit einer Anfrage an die Projektleiterin, Frau Andrea Grimm, gewendet. Frau Grimm empfing mich mit offenen Armen und so hab' ich mich mit zwei befreundeten Uhrmachern dort zum Seminar angemeldet. Wir nahmen uns eine Woche Urlaub und konnten uns hier mal richtig ausleben. Frau Grimm hat sich wunderbar um uns Uhrmacher gekümmert, die Maschinen, deren Einrichtung und Handhabung erklärt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich konnte meinen Horizont wieder ein Stück erweitern. Auf jeden Fall,werde ich nochmal wieder kommen und dieses Thema weiter verfolgen. 2015 wurde das vom Museum ins Leben gerufene Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ von der Deutschen UNESCO-Kommission in das Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes aufgenommen. So wird auch immer mehr klar, wie wichtig und erhaltenswert diese alten Handwerkstechniken und Maschinen sind. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Frau Grimm und ihren zwei lieben Mitarbeiterinnen für diese unvergessliche Woche bedanken.
Ja was wären wir doch ohne das Klopapier in der Uhrmacherwerkstatt? Ich musste da gestern so dran denken: ich nutze es zum Reinigen, Entfernen von grobem Dreck oder auch als Schutz für die Uhrmacherdrehbank. Wenn von Oma Blaschke ein Standuhrwerk rein kommt, das sie liebevoll mit Olivenöl geölt hat, und sich die Insekten schon zu einem Brei vermengt haben, dann ist doch das Klopapier der Retter in der ersten Versorgung! Neulich fragte ich einen Kollegen nach einem Taschentuch und er reichte mir eine Rolle Klopapier, die er aus seinem Uhrmachertisch zog. Liebes Klopapier: Ich danke Dir, dass es Dich gibt!

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